Dexter.
Mai – eigentlich einer der schönsten Monate im Jahr. Für unser Tierheim ist er dieses Jahr eine Katastrophe.
Wir dachten immer, Roland und Dexter seien Rivalen bis aufs Blut gewesen. Da lagen wir wohl falsch. Unser kleiner Womanizer hat sich heute entschieden, Roland über die Regenbogenbrücke zu folgen.
Februar 2022. Es ist bitterkalt, und an unserem Zaun steht ein Hund. Angebunden – bewaffnet nur mit einem Maulkorb und einem Zettel. Auf dem Zettel stand sein Name: Dexter.
Und Dexter war verwirrt. Und überhaupt nicht begeistert von seiner Situation. Schnell fanden wir heraus, dass er keine Fremden mochte. Nicht weiter schlimm – wir mögen Herausforderungen und können ziemlich penetrant sein. Ob er wollte oder nicht: Er gehörte nun zu uns.
Er war der Inbegriff von Coolness. Die Ladies liebten ihn – und er liebte seine Ladies. Ja, manchmal war er ein kleiner Choleriker, aber sein Grundgehorsam? Allererste Sahne.
Alles in allem war Dexter ein großartiger und vor allem gesunder Hund. Umso surrealer fühlt sich das alles jetzt an. Von heute auf morgen fraß er nicht mehr, krümmte sich vor Schmerzen. Die Diagnose: ein möglicher Tumor im Abdomen. Die Prognose: schlecht. Innerhalb von 24 Stunden veränderte sich alles.
Dexters Herz hat heute während der OP aufgehört zu schlagen.
Auch für ihn haben wir kein Zuhause gefunden. Aber geliebt wurde er trotzdem – von Mitarbeitern, Gassigehern und Paten.
Uns fehlen die Worte. Aber eines wissen wir sicher:
Dexter, wir lieben und vermissen dich. Komm gut oben an – und ärger den Roland nicht zu sehr.
2017 – 2026






