Roland.
Nicht die typische Erfolgsgeschichte, aber dennoch eine Erfolgsgeschichte. Denn liebe Leser, manchmal ist auch einfach der Weg das Ziel. Und wie krass Rolands Weg war – ihr hättet dabei sein müssen.
November ’21 – Ein Hund ist bei uns in der Tierklappe. Wir öffnen die Klappe … und schließen sie direkt wieder, denn Kacke, verdammt, dieser Hund hat absolut keinen Bock auf uns. Der Tierarzt kommt, der Hund wird sediert. Nun gut, Maulkorb ist drauf und wir sind nass. Denn bei jedem Versuch, uns anzufreunden, bekommen wir gefühlt einen Liter Sabber ins Gesicht. Aber weil wir hier alles positiv sehen, hat uns genau das den perfekten Namen für unseren netten neuen Freund geliefert: Roland.
Unser neuer Freund Roland hatte immer noch keine Lust auf uns, also haben wir unsere schwersten Geschütze aufgefahren (Leckerlis) und ihn bezwungen (er war verfressen). Jetzt konnten wir uns erstmal richtig kennenlernen. Er liebte Spaziergänge, Wasser, Leckerlis, buddeln, Sonnenbaden, Leckerlis, Bauch kraulen … und Leckerlis. Ein richtig cooler Hund – naja, bis auf sein territoriales Verhalten, weshalb er auch aus der Vermittlung wiederkam. Aber ey, im großen Ganzen? Ne coole Socke.
Aber wie alt war er eigentlich? Ganz ehrlich? Wir haben keine Ahnung. Sein Verhalten änderte sich schlagartig und wir hatten Probleme, mit ihm zu arbeiten. Arztbesuche über Arztbesuche. Dann kam raus: Kollege war älter als gedacht. Arthrose, Spondylose, Muskelatrophie – Medikamente über Medikamente. Wir mussten wieder von vorne anfangen und lernen, mit ihm umzugehen.
Schnell haben wir uns wieder eingespielt und seine guten Tage waren so viel wert. Denn langsam, aber sicher wurden diese rar. Wir mussten uns darauf einstellen, ihn gehen zu lassen. Und das brach nicht nur uns Tierpflegern das Herz, sondern auch seinen langjährigen Gassigehern und Paten.
Ein solcher Hund, so komplex und besonders, wird es kein zweites Mal geben. Roland, auch wenn wir dir kein Für-immer-Zuhause schenken konnten, hoffen wir, dass wir dir gerecht werden konnten und du die Zeit mit uns genauso genossen hast wie wir mit dir.
Danke an die Gassigeher und Paten, die dir mehr gezeigt haben als nur das Tierheim.
Tiere zu lieben heißt auch, sie gehen zu lassen, wenn die Zeit gekommen ist. Wir sind mit dir gewachsen und waren ein gutes Team – eine andere Art von Erfolg, aber trotzdem ein Erfolg. Und eine Geschichte, die es zu erzählen lohnt.
Wo auch immer du jetzt sein magst – wir hoffen, du bist schmerzfrei.
Wir vermissen dich, Roli






